Was ist Tai Chi
Tai Chi Chuan (kurz Tai Chi, T´ai Chi oder auch Schattenboxen genannt) bedeutet wörtlich übersetzt "Das große Ganze durch die Faust". Tai Chi ist eine aus China stammende jahrhunderte alte taoistische (daoistische) Übung, welche besonders durch langsame und geschmeidig fließende Bewegungen gekennzeichnet ist. Die Hauptaspekte sind:
- Körper- und Gesundheitsübung
- Meditation in Bewegung
- Selbstverteidigung (innere oder weiche Kampfkunst)
Die Bewegungen des wichtigsten Tai Chi Übungsgutes, der “Form”, sind am natürlichen Bauplan des menschlichen Körpers (Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln) ausgerichtet. Dies bedeutet, dass wir durch Üben der Form unseren Körper so bewegen, wie es von der Natur vorgesehen ist. Dies führt im Allgemeinen zu einer Vitalisierung und Stärkung unseres Körpers. Man lernt den eigenen Körper intensiv wahrzunehmen und kann so besser auf dessen Signale achten und eingehen.
Die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes Menschen hängt sehr stark von der Beweglichkeit und Entspanntheit unseres Körpers und somit vom freien Fluss der Energie ab. Damit die große Energie wirken kann, bedarf es unter anderem der Beachtung bestimmter Bewegungsgrundsätze,
wie z. B.
- entspannt (Kopf, Schultern, Rücken, Brust, Arme, Magen/Taille/Hüften, Beine, Füße)
- aufrechte gerade Haltung
- einheitlich (oben/unten, hinten/vorne)
- Mitte / Zentrum
- Bögen
- Richtung
- offen
- leicht
- ruhig
Durch korrektes Üben und dem Befolgen dieser Prinzipien fließt die Energie stark und unaufhörlich. Man taucht gewissermaßen in die große Energie ein. Die drei wichtigen energetischen bzw. feinstofflichen Zentren, die im Tai Chi als „Tan T´ien´s“ bezeichnet werden, erfahren eine Harmonisierung. Das gesamte Wohlbefinden des Übenden wird erheblich gesteigert. Das Leben erfährt eine Ordnung an einen natürlichen usprünglichen Zustand.
Übt man regelmäßig, erfährt man einen Zustand von tiefster Ruhe, von innerem Frieden und eines ruhenden Geistes, welcher mit einem meditativen Zustand beschrieben werden kann. Im Gegensatz zur Meditation (Herstellung/Auffinden der Mitte) im Sitzen, erreicht man diesen Zustand im Tai Chi Chuan in der Bewegung.
Tai Chi Chuan ist eine der wichtigsten spirituellen Praktiken des Taoismus (Daoismus). Taoismus ist eine alte chinesische Philosophie oder Religion, in deren Kern die Lehre vom Tao bzw. Dao steht. Tao bedeutet wörtlich übersetzt “Weg”. Das Tao wird als “Höchste Wahrheit” betrachtet, die man durch Üben von Tai Chi Chuan zu erkennen versucht.
Tai Chi Chuan beinhaltet reale und effektive Selbstverteidigungstechniken, die nicht zu unterschätzen sind. Bei vielen Techniken bedarf es nur weniger unscheinbarer Bewegungen, um einen Gegner zu überwältigen. Nicht selten wurde Tai Chi Chuan im alten China zum Schutz von Haus und Familie eingesetzt. Aufgrund der Übung von Tai Chi Chuan und des sich einstellenden inneren Friedens und Wohlfühlens wird jedoch ein Kampf bzw. Selbstverteidigung unnötig, da sich Situationen, in denen man kämpfen bzw. sich verteidigen muss, auflösen bzw. seltener entstehen.
Stile und Traditionen
Im Tai Chi Chuan haben sich unterschiedliche Stile entwickelt, je nach dem Familiennamen der ersten Vertreters. Die bekanntesten Stile sind Chen-Stil, Yang-Stil, Wu-Stil und Sun-Stil. In Europa hat sich der Yang-Stil (Yang Lu-Ch´an) durchgesetzt. Die Tradition ist die Verbindung zu bestimmten Lehrmeistern eines Stils. Mein Unterricht basiert auf dem Yang-Stil des klassischen Tai Chi Chuan in der Tradition nach Cheng Man Ch´ing (Dr. Chi) und Yang Cheng Fu (Fu Zhong Wen).
Übungen:
Zunächst erfolgen Aufwärmübungen, um sich etwas zu sammeln und vorzubereiten. Danach werden die Einzelübung (Lange Form) und Partnerübungen (Toui Shou oder Push Hands) unterrichtet.
Der Übungsraum in Trier Mariahof
Ein bekannter Tai Chi Lehrer hat einmal gesagt: Man übe die Form und die Vervollkommnung stellt sich von selbst ein!
