Was ist T´ai Chi Ch´uan:
T´ai Chi Ch´uan (kurz T´ai Chi, Tai Chi oder Tai Qi oder auch Schattenboxen genannt) ist eine jahrhunderte alte chinesische Bewegungs- und Kampfkunst, welche besonders durch langsam fließende Bewegungen gekennzeichnet ist. Die Hauptaspekte sind:
- Körper- und Gesundheitsübung - Meditation in Bewegung - Selbstverteidigung (innere oder weiche Kampfkunst)
Die Gesundheit und das Wohlbefinden jedes Menschen hängt sehr stark von der Beweglichkeit und Entspanntheit unseres Körpers und somit vom freien Fluss der Körperenergie ab. Die große Energie (genannt Chi, Qi, Ki oder Prana), welche permanent in uns und um uns ist, folgt bestimmten natürlichen Gesetzmäßigkeiten, wie z. B. zart, ruhig, gleichmäßig, entspannt, offen. Durch korrektes Üben und somit dem Befolgen dieser Gesetzmäßgkeiten, fließt das Chi stark und unaufhörlich. Die drei wichtigen energetischen bzw. feinstofflichen Zentren, die im T´ai Chi als „Tan T´ien´s“ bezeichnet werden, erfahren eine Harmonisierung. Das gesamte Wohlbefinden des Übenden wird erheblich gesteigert. Die Bewegungen des wichtigsten T´ai Chi Übungsgutes, der “Form”, sind am natürlichen Bauplan des menschlichen Körpers (Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen, Muskeln) ausgerichtet. Dies bedeutet, dass wir durch Üben der Form unseren Körper so bewegen, wie es von der Natur vorgesehen ist. Dies führt im Allgemeinen zu einer Vitalisierung und Stärkung unseres Körpers. Man lernt den Körper zu fühlen und kann so besser auf dessen Signale achten und eingehen.
Übt man regelmäßig, erfährt man nach einer gewissen Bewegungsdauer einen Zustand der inneren Zufriedenheit, der Ruhe und der Konzentration, welcher mit einem meditativen Zustand beschrieben werden kann. Im Gegensatz zur Meditation (Herstellung/Auffinden der Mitte) im Sitzen, erreicht man diesen Zustand im T´ai Chi Ch´uan in der Bewegung.
Innere Kampfkünste haben im Gegensatz zu den äußeren Kampfkünsten (z. B. Karate, Shaolin, Taekwondo) im Zentrum Ihrer Betrachtung das Innere des Menschen. Eine Kernaussage der inneren Kampfkünste ist: Findet ein Kampf im eigenen Wesen statt, so wird man auch den Kampf im Außen erleben. Findet man Friede und Harmonie in sich selbst, wird man auch Friede und Harmonie im Außen erleben. Jedoch ungeachtet dieser Aussage, beinhaltet T´ai Chi Ch´uan reale und hoch effektive Selbstverteidigungstechniken, die oft unterschätzt werden. Bei vielen Techniken bedarf es nur weniger unscheinbarer Bewegungen, um einen Gegner zu überwältigen. Bedenkt man nun den körperlichen, geistigen und seelischen Topzustand und die Effektivität der einzelnen Techniken, ist eine Selbstverteidigung in einer geforderten Situation mehr als möglich. In der Kampfkunst liegen nicht umsonst die Wurzeln des T´ai Chi Ch´uan, welche im alten China nicht selten zum Schutz von Haus und Familie eingesetzt wurden.
Stile und Traditionen:
Im T´ai Chi Ch´uan haben sich unterschiedliche Stile, je nach dem Familiennamen des ersten Vertreters, entwickelt. Die bekanntesten Stile sind Chen-Stil, Yang-Stil, Wu-Stil und Sun-Stil. In Europa hat sich der Yang-Stil (Yang Lu-Ch´an) durchgesetzt. Die Tradition ist die Verbindung zu bestimmten Lehrmeistern eines Stils. Mein Unterricht basiert auf dem Yang-Stil des klassischen T´ai Chi Ch´uan in der Tradition nach Cheng Man Ch´ing (Dr. Chi) und Yang Cheng Fu (Fu Zhong Wen).
Übungsschwerpunkte:
Zunächst erfolgen Aufwärmübungen, um sich etwas zu sammeln und vorzubereiten. Danach werden die Einzelübung (Lange Form) und Partnerübungen (Toui Shou oder Push Hands) unterrichtet.
Eine Anekdote beschreibt die tatsächlichen und wirklichen Effekte des T´ai Chi Ch´uan wie folgt: Übt man regelmäßig T´ai Chi, erlangt man die Beweglichkeit eines Kindes, die Stärke eines Holzfällers und die Gelassenheit eines Weisen.
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